Vorteile & Nachteile

Antibabypille: Geliebt & gehasst
Die Anti-Baby-Pille zählt neben dem Kondom zu den sichersten und in Deutschland zu den beliebtesten Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung.

Knapp die Hälfte aller sexuell aktiven Erwachsenen geben an, mit diesem sogenannten oralen Kontrazeptivum zu verhüten. Wie jedes Verhütungsmittel hat jedoch auch die Anti-Baby-Pille ihre Vorteile und ihre Nachteile

Vorteile & Nachteile in Kürze:

VORTEILE NACHTEILE
+ Sehr hoher Verhütungsschutz - Schützt nicht vor sexuell übertragbare Krankheiten
+ Einfache Einnahme - Darf nicht vergessen werden
+ Lindert Regelschmerzen - Nebenwirkungen. z.B. Kopfschmerzen, Thromboserisiko.
+ Kann Brustwachstum anregen - Hormonschwankungen möglich
+ Verbessert das Hautbild (Akne) - Täuscht eine Schwangerschaft vor
Vorteile der Pille:

Hohe Sicherheit

Vorteil: Die hohe Verhütungssicherheit zählt zum überzeugendsten Vorteilen der Pille. Es gibt weniger Pannen als z.B. beim Kondom.

Details: Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 ist die Anti-Baby-Pille das sicherste Verhütungsmittel auf dem Markt. Der genannte Pearl-Index-Wert bezieht sich auf die Mikropille (Kombinationspräparat aus Östrogenen und Gestagenen), die meist mit dem Begriff Anti-Baby-Pille gemeint ist.

Die Minipille, die nur aus Gestagenen besteht, weist einen deutlich höheren Pearl-Index von 0,5 bis 3. Die Mikropille ist demnach neben der Sterilisation und der Hormonspirale die sicherste Art zu verhüten.

Einfache Einnahme

Vorteil: Ein beliebter Vorteil der Anti-Baby-Pille besteht in der einfachen Handhabung, beispielsweise im Vergleich zum Kondom.

Details: Orale Kontrazeptiva werden täglich zur gleichen Uhrzeit als Tablette mit einem Schluck Wasser eingenommen. Die Einnahme für 21 aufeinanderfolgende Tage vorgesehen, denen ein 7-tägiger einnahmefreier Intervall mit Abbruchblutung folgt.

Eine durchgängige Einnahme der Antibabypille ist nach Absprache mit dem behandelnden Gynäkologen meist ohne Probleme möglich. Dieses Vorgehen erspart den Frauen das Mitzählen der einnahmefreien Tage und erhöht somit zusätzlich die Sicherheit des Verhütungsmittels.

Für junge Frauen

Vorteil: Junge Frauen können die Kosten erstattet bekommen und leiden seltener unter Nebenwirkungen.

Details: Die Anti-Baby-Pille eignet sich wegen ihrer hohen Verträglichkeit sehr gut als Verhütungsmittel junge Frauen. Häufig wird sie bereits Mädchen in der Pubertät verschrieben und von den meisten Anwenderinnen gut vertragen. Aus diesem Grund werden die Kosten für die Anti-Baby-Pille in Deutschland bis zur Vollendung des 22. Lebensjahres von den Krankenkassen in voller Höhe übernommen.

Anwendungsvielfalt

Vorteil: Die Pille kann auch hilfreich gegen Akne oder Schmerzen sein.

Details: Orale Kontrazeptiva können neben der empfängnisverhütenden Wirkung vielfältig eingesetzt werden. Einige Präparate werden beispielsweise in der Therapie von Akne verwendet. Auch Frauen mit Endometriose wird häufig die Anti-Baby-Pille verschrieben, um den natürlichen Zyklus zu unterdrücken und somit ihre Schmerzen zu lindern.

Die Anti-Baby-Pille wird auch von vielen Frauenärzten präventiv zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Frauen, die die Anti-Baby-Pille über Jahrzehnte gut vertragen haben, nehmen dieses Präparat dann bei Eintritt der Wechseljahre einfach weiter.

Nachteile der Pille:

Nebenwirkungen

Nachteil: Wie jedes Medikament kann auch die Einnahme der Anti-Baby-Pille zu Nebenwirkungen führen.

Details: Zu den häufigsten Begleiterscheinungen zählen Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme, Migräne, Wassereinlagerungen (Ödeme) und Spannungsgefühle in den Brüsten, Stimmungsschwankungen und Libidoverlust.

Selten entwickeln Anwenderinnen einen Bluthochdruck, Leberfunktionsstörungen oder Thrombosen und Embolien. Auch kann die Einnahme der Antibabypille in seltenen Fällen zu Depressionen führen.

Thromboserisiko

Nachteil: Eine besonders gefürchtete Nebenwirkung bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva ist das erhöhte Thromboserisiko.

Details: Insbesondere in den ersten drei Monaten nach erstmaliger Einnahme des Pillenpräparates erhöht sich das Thromboserisiko deutlich, bei einigen Präparaten um das 5,2-fache. Bei Pillen mit niedrigerem Östrogenanteil fällt dieser Effekt wiederum deutlich kleiner aus und das Risiko für thromboembolische Ereignisse ist nur geringfügig erhöht. Auch Frauen über 30 Jahren sollten sich diesbezüglich genau informieren und eventuelle familiäre Vorgeschichte mit in das Risiko einbeziehen. Für  Raucherinnern erhöht sich das Thromboserisiko ebenfalls. 

Anwendungsfehler

Nachteil: Trotz der hohen Wirksamkeit, kann sich bei Anwendungsfehlern die Sicherheit deutlich verringern.

Details: Beispielsweise kann die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika die Wirkung der Pille vollständig außer Kraft setzen. Auch akute oder chronische Magen-Darm-Erkrankungen, Erbrechen und Durchfall verringern die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille.

Hormonelle Veränderungen

Nachteil: Anwenderinnen muss bewusst sein, das die Pille grundsätzlich in das Hormonsystem eingreift.

Details: Dadurch das die Pille vereinfacht ausgedrückt, eine Schwangerschaft vortäuscht, wird in das Hormonsystem eingegriffen. Dadurch sind vor allem nach dem Absetzen der Pille mit unterschiedlichsten Beschwerden. Die körpereigene Hormonproduktion während der Verhütung mit der Antibabypille wird daher enorm gestört. 

Langzeitfolgen

Nachteil: Nach Absetzen der Anti-Baby-Pille kann nach langer Pilleneinnahme die Empfängnis erschwert sein.

Details: Während es bei der Hälfte der Anwenderinnen nicht zu Verzögerungen beim Eintritt einer Schwangerschaft kommt, kann es bei der anderen Hälfte der Frauen zu monatelangen bis jahrelangen Veränderungen des Zyklus kommen. Eine dauerhafte Unfruchtbarkeit konnte jedoch auch nach jahrelanger Pilleneinnahme nicht beobachtet werden. Dennoch haben einige Frauen mit Nachwirkungen durch die Verhütung mit der Pille zu kämpfen.

Kein Schutz vor Krankheiten

Nachteil: Die Pille bietet im bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Details: Ein eigentlich ganz verständlicher Fakt, der aber oft durch die hohe Sicherheit der Pille vernachlässigt wird. Selbstverständlich kann die Antibabypille nicht wie ein Kondom, vor Geschlechtskrankheiten schützen, welche durch den Verkehr ohne Kondom übertragen werden können. Daher eignen sich Hormonpräparate eher für Frauen in festen Beziehungen und wenig wechselnden Sexualpartnern. Alternativ sollten sie mit dem Gebrauch von Präservativen kombiniert werden.

Ökosystem

Nachteil: Ein Nachteil, der erst seit neuesten häufiger diskutiert wird.

Details: Die Belastung des Ökosystems durch die Anti-Baby-Pille ist ein Thema, das erst in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus geraten ist. Die im Urin ausgeschiedenen Hormone können in den Kläranlagen nicht aus dem Abwasser herausgefiltert werden und gelangen so in die Gewässer. Das empfindliche Ökosystem reagiert nachweislich mit einer Feminisierung und verlangsamten Fortpflanzung bei Fischen, Fröschen und Zooplankton.

Autor: Daniela Reitberger
Autor: Daniela Reitberger

Freie Medizinjournalistin. Publiziert seit 2015 wissenschaftlich geprüfte Artikel.

Übersicht:
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    Verwendete Literatur & Quellenangaben:

    1. What are the benefits of the birth control pill? | plannedparenthood.org
    2. Contraceptive Benefits and Risks | ncbi.nlm.nih.gov
    3. Oral Contraceptives: Risks and Benefits | winchesterhospital.org

    Copyright Foto im Header: Image Point Fr | shutterstock.com

    Hinweis: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Dieser Artikel wurde nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verfasst. Wir sind bemüht, alle Informationen auf Richtigkeit und Aktualität zu überprüfen. Unsere Inhalte können keine ärztliche Beratung ersetzen. Wir raten von Selbstdiagnosen ab und empfehlen bei gesundheitlichen Problemen stets professionelle ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Adressen sind hier zu finden.

    Datum & Autor:

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    Daniela Reitberger – Medizinjournalistin
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