Pille verliert Schutz durch Antiepileptika?

Frage:
Wird die Pille durch Antiepileptika unwirksam?
Antwort:
Verschiedene Antiepileptika (Antikonvulsiva) wie z. B. Lamotrigin können die Aufnahme der Wirkstoffe von Antibabypillen beeinträchtigen, und somit die Pille unwirksam machen.

Aber auch das Antiepileptikum kann seine Wirkung durch die Pille verlieren. Frauen mit Epilepsie, die mit der Pille verhüten möchten, müssen daher auf einiges achten.

Epilepsie, Antiepileptika und die Pille

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel bei Frauen, denn die Anwendung ist einfach und die Sicherheit hoch.

Frauen mit Epilepsie müssen jedoch aufpassen, da es zu Wechselwirkungen zwischen der Antibabypille und dem Antiepileptikum kommen kann.

Etwa eine von hundert Frauen leidet an Epilepsie und ist somit auf eine Behandlung mit Antiepileptika angewiesen.

Wie bereits einleitend erwähnt, kann einerseits die Pille die Wirkung des Antiepileptikums beeinträchtigen.

Andererseits kann auch die Antibabypille ihre Wirkung durch das Antiepileptikum verlieren.

Die Pille & Antiepileptika – Wechselwirkungen

Eine britische Studie aus dem Jahr 1998 kommt bei der Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen der Pille und der Antiepileptika auf erschreckende Zahlen:

  • Jede vierte ungewollte Schwangerschaft bei Epilepsie-Patientinnen ist auf das Versagen der Pille durch Wechselwirkungen mit dem Antiepileptikum zurückzuführen.

Pille verliert Schutz durch Antiepileptikum

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Wann wirkt die Pille bei Antiepileptika?

Die Wechselwirkungen zwischen der Antiepileptika und der Pille sind häufig auf den sogenannten enzyminduzierenden Effekt zurückzuführen.

Als Enzyminduktion wird die Erhöhung der Enzymkonzentration bezeichnet.

Da bestimmte Enzyme in der Leber unter anderem für den Abbau der Antibabypillen-Wirkstoffe zuständig sind, kann eine Erhöhung ihrer Konzentration die Pille unwirksam machen.

Diese Wechselwirkung kann aber nicht nur bei der Pille auftreten, auch Vaginalringe oder Hormonspritzen sind betroffen.

Antiepileptikum verliert Wirkung durch die Pille

Umgekehrt können Antibabypillen mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol und Levonorgestrel zu Wechselwirkungen mit Antiepileptika wie Lamotrigin führen.

Die Pille erhöht nämlich die sogenannte Clearance (Maß für entgiftende Leistung der Nieren) um etwa das Doppelte.

Das bedeutet, dass die Nieren das Antiepileptikum etwa doppelt so schnell abbauen – der Wirkstoffspiegel wird also verringert.

Somit kann der Körper keine ausreichende Menge der Antiepileptika-Wirkstoffe aufnehmen. Das Antiepileptikum verliert also an Wirkung, sodass es zu vermehrten epileptischen Anfällen kommen kann.

Verhütung bei Epilepsie – Was tun?

Möchten Sie mit der Pille verhüten, können Sie Ihren Arzt fragen, ob Sie ein Antiepileptikum einnehmen können, welches die Wirkung der Pille nicht beeinträchtigt.

Auch ist es möglich, auf eine alternative Verhütungsmethode wie Kondom, Kupferspirale oder Hormonspirale umzusteigen.

Wenn Sie ein enzyminduzierendes Antiepileptikum nehmen, könnte Ihr Arzt beispielsweise auch die Dosis der Antibabypille verdoppelt (z. B. von 30 μg auf 60 μg Östrogen am Tag).

Erhöhen Sie die Dosis jedoch keinesfalls selbstständig, da es hierbei zu ernsten Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen kommen kann. Allerdings ist auch die Erhöhung der Pille-Dosis kein absoluter Garant für einen sicheren Schutz.

Worauf achten bei gleichzeitiger Einnahme von Antiepileptika und der Pille?

  • Kommt es zu Zwischenblutungen (Blutungen, die in dem Zeitraum zwischen zwei Perioden auftreten) ist Ihr Östrogen-Level evtl. nicht hoch genug, um Sie zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen.
  • Zu hohe Östrogen-Level können bei manchen Frauen zu vermehrten epileptischen Anfällen führen.

Lamotrigin (Antiepileptikum) & Antibabypille

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Die Pille kann die Wirkung von Lamotrigin beeinträchtigen

Lamotrigin ist zwar ein Antiepileptikum ohne enzyminduzierende Wirkung, dennoch ist hierbei besondere Vorsicht angebracht.

Es gibt zwar keine Beweise dafür, dass die Pille Epilepsie direkt beeinflusst. Allerdings kann die Pille den Lamotrigin-Spiegel im Blut verringern, wodurch es zu vermehrten Anfällen kommen kann.

Studien legen außerdem nahe, dass das Lamotrigin im Blut die Menge des Gestagens (das durch die Pillen-Einnahme erreicht wird) verringern kann.

In den Kombinationspillen ist außerdem Östrogen enthalten, dieses scheint jedoch nicht betroffen zu sein. Allerdings liegen noch keine ausreichenden Beweise vor, dass die Pille durch Lamotrigin unwirksam wird.

Ferner kann es während der üblichen 7-tägigen Pillenpause zu einem Anstieg des Lamotrigin-Spiegels kommen, was zu einer Vergiftung führen kann.

Um dies zu vermeiden, kann die Pille im Langzeitzyklus, also durchgehend und ohne Pause, genommen werden.

Pille & Antiepileptikum kombinieren – Welche nehmen?

Antiepileptika-Wirkstoffe, die ein geringes Potenzial für Wechselwirkungen mit der Pille haben, sind z. B. Levetiracetan (bspw. Keppra) und Babapentin.

Bei Antiepileptika, welche keine enzyminduzierende Wirkung aufweisen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Wirkung der Pille nachlässt.

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Verhütung bei Epilepsie – Welche Antiepileptika beeinträchtigen die Pille?

Antiepileptika, die die Wirkung der Antibabypille nachgewiesenermaßen beeinträchtigen können, sind:

  • Carbamazepin
  • Eslicarbazepin
  • Felbamat
  • Oxcarbazepin
  • Phenobarbital
  • Phenobarbital
  • Phenytoin
  • Phenytoin
  • Primidon
  • Rufinamid

Antiepileptika, die möglicherweise Wechselwirkungen mit der Antibabypille haben, bei denen jedoch noch keine ausreichenden Informationen vorliegen, sind:

  • Lamotrigin
  • Topiramat

Wirkstoffe, welche derzeitigen Studien zufolge die Wirksamkeit der Pille nicht schwächen, sind:

  • Brivaracetam
  • Ethosuximid
  • Gabapentin
  • Lacosamid
  • Levetiracetam
  • Pregabalin
  • Tiagabin
  • Valproinsäure
  • Vigabatrin
  • Zonisamid

Minipille & Antiepileptika

Die rein Gestagen-haltige Antibabypille (auch Gestagenpille oder Stillpille genannt)

Die Minipille ist nicht ganz so sicher wie die Kombinationspille, und das insbesondere dann, wenn Sie gleichzeitig ein enzyminduzierendes Antiepileptikum einnehmen.

Aus diesem Grund wird die Minipille auch nicht bei Epilepsie-Patientinnen empfohlen, die mit enzyminduzierenden Antiepileptika behandelt werden.

Antiepileptika und die Pille danach

Die Pille danach ist eine Notfall-Pille, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann.

Wenn Sie ein enzyminduzierendes Antiepileptikum einnehmen, kann dies die Wirkung der Pille danach beeinträchtigen.

Evtl. ist es also nötig, die doppelte Dosis einzunehmen, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen.

Wo kann ich die Pille bestellen?

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Antibabypillen sind verschreibungspflichtig, weshalb Sie zunächst ein Rezept von Ihrem Gynäkologen benötigen.

Frauen, die an Epilepsie leiden, sollten vorher außerdem unbedingt mit Ihrem Neurologen über die erwünschte Verhütungsmethode sprechen.

Haben Sie die Verhütung mit Ihrem Arzt abgesprochen, können Sie ein Rezept bei Ihrem Frauenarzt erhalten. Mit dem Rezept können Sie die Pille dann in jeder örtlichen Apotheke kaufen.

Sie können das Rezept außerdem per Post an eine Online-Apotheken schicken und die Pille dann zugesandt bekommen.

Alternativ können Sie auch im Internet ein Online Rezept anfordern. Hierfür ist es zunächst nötig, einen Fragebogen auszufüllen. 

Ihre Angaben werden dann von in der EU zugelassenen und lizenzierten Ärzten überprüft. Wenn sich die Pille für Sie eignet, bekommen Sie das Online Rezept ausgestellt. Das Rezept kann dann direkt von dem Anbieter an eine Online Versandapotheke weitergeleitet werden. Dies geschieht meistens noch am selben Tag.

Auf diese Weise können Sie die Pille dann innerhalb von 24 Stunden nach Hause geliefert bekommen, ohne das für einen Termin extra das Haus verlassen zu müssen.

  • Bekannteste und größte Online Klinik Europas besuchen:

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Wir hoffen wir konnten Ihnen hiermit ausreichend Informationen über die Pille & Antiepileptika zukommen lassen.

Artikel vom 23. Juni 2019
Aktualisiert am 1. August 2019

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