Was ist eine Minipille?

Minipillen enthalten kein Östrogen, werden ohne Pillenpause eingenommen und haben weniger Nebenwirkungen.
Die Vorteile der Minipille als östrogenfreie Verhütung kommt vor allem für Raucherinnen oder Frauen ohne Hautprobleme in Frage.
was-ist-die-minipille

Vorteile & Nachteile

VORTEILE NACHTEILE
+ Östrogenfrei - 1. Generation muss zeitlich genau eingenommen werden
+ Ohne Pillenpause - Verbessert nicht das Hautbild
+ Wenig Nebenwirkungen
+ In der Stillzeit möglich
+ Kein Thromboserisiko
+ Für Raucher geeignet
+ Keine Monatsblutung mehr

Die Vorteile der Minipillen überwiegen deutlich gegenüber der Nachteile. Grundsätzlich wird die Minipille sehr gut vertragen. Lediglich Frauen die von der antiandrogenen Wirkung der Kombipillen profitieren (verbessertes Hautbild, Brustwachstum, Linderung der Regelschmerzen) werden diese Vorteile bei der Minipille vermissen. Wer aber eine möglichst nebenwirkungsarme und gut verträgliche Pille, ohne Thrombosersiko sucht, wird bei der Minipille fündig werden. 

Vorteil: Stillzeit

Eines der wichtigsten Vorteile der Minipille – und auch der Grund warum diese überhaupt entwickelt wurde – ist, dass sie auch während der Stillzeit eingenommen werden kann. Mikropillen bzw. Kombinationspillen enthalten nämlich Östrogene, welche sich negativ auf die Produktion der Muttermilch auswirken. Aus diesem Grund wird die Minipille oft auch als Stillpille bezeichnet.

Vorteil: Hohe Verträglichkeit

Die rein gestagenhaltige Minipille wird heutzutage zum Beispiel auch Frauen verschrieben, die aus medizinischen Gründen keine Östrogene einnehmen sollten. Das kann unter anderem bei hohem Blutdruck, Blutgerinnungsstörungen oder Adipositas der Fall sein. Auch Raucherinnen und Frauen über 40 Jahren wird in der Regel von Kombinationspillen abgeraten.

Da in der Minipille kein Östrogen enthalten ist, eignet sich diese Art der Pille auch für Frauen mit einem erhöhten Thromboserisiko. Risikopatienten sollten im Gegensatz dazu keine Kombinationspillen einnehmen, da diese die Gefahr für eine venöse Thrombose erhöhen.

Geringere Nebenwirkungen

Da die Minipille nur ein gering dosiertes Gestagen enthält, kommt es auch kaum zu den typischen Nebenwirkungen wie Gewichtsschwankungen oder Libidoverlust. Gänzlich ausgeschlossen werden Nebenwirkungen allerdings nicht. Bei der Minipille kann es durchaus auch zu Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und teilweise auch zu Pickelbildung kommen.

Vorteil: Keine Monatsblutung

Viele Frauen empfinden darüber hinaus das Ausbleiben der Abbruchblutung als vorteilhaft, da somit auch die damit zusammenhängenden Schmerzen umgangen werden können. Allerdings kann es vor allem Anfangs zu Zwischenblutungen und anderen Unregelmäßigkeiten kommen. Meistens pendelt sich dies jedoch nach einer Weile wieder ein, sobald der Körper sich an die Hormonumstellung gewöhnt hat.

Welche Minipillen gibt es?

Minipillen werden in erster und zweiter Generation aufgeteilt. 

Minipillen der ersten Generation (Levonorgestrel) sind sehr niedrig dosiert, wodurch auch eine sehr gezielte Einnahme erfolgen muss. Bereits eine Abweichung von mehr als 3 Stunden kann die Sicherheit des Schwangerschaftschutzes beeinträchtigen. 

Minipillen der zweiten Generation (Desogestrel) haben einen erhöhten Gestagen Anteil, wodurch die Einnahme, wie auch bei der Kombipille, bis zu 12 Stunden abweichen kann.

Minipillen 1. Generation (Levonorgestrel)
Minipillen 2. Generation (Desogestrel)

Minipille auch auf Online Rezept

Der Erwerb bzw. die Verschreibung der Minipille ist auch über eine Online Diagnose möglich. Wer die Minipille kaufen möchte, benötigt nämlich erst ein gültiges Rezept vom Arzt. Das Rezept kann dank einer Online Konsultation auch über das Internet ausgestellt werden. 

Durch die bequeme Online Verschreibung ist kein vorheriges Rezept vom Frauenarzt notwendig. Das Haus muss nicht verlassen werden und die Minipille kann bequem nach erfolgreicher Rezeptausstellung (meist aus Holland) zugeschickt werden. Bezahlt werden kann auch auf Rechnung

Vorteile über das Internet:

Wie sicher ist die Minipille?

Der sogenannte Pearl-Index der neueren Minipillen (Desogestrel) beträgt 0,4 und ist als sehr sicher einzustufen. Ein Pearl-Index von 0,4 bedeutet, dass statistisch gesehen von 1000 Frauen, die eine Minipille einnehmen, 4 dennoch schwanger werden.

Die Kombi-Pille hat im Vergleich zur Minipille dazu einen Pearl-Index von bis zu 0,9. Auch Kondome als Alternative zur Pille sind als weniger sicher einzustufen.

Die älteren Minipillen (Levonorgestrel) sind allerdings mit einem Pearl-Index von 4,1 ebenfalls vergleichsweise unsicher. Dies ist unter anderem damit zu erklären, dass bei den älteren Minipillen schon eine minimale Abweichung der Einnahmezeit (3 Stunden) die Wirkung einschränken kann.

Daher sind bei der älteren Generation viele Anwendungsfehler verantwortlich für die geringere Sicherheit. Zudem schützt die ältere Minipille nur auf zweifacher Wirkung, die Minipillen der 2. Generation dagegen wie auch die Kombipillen auf dreifacher Art und Weise.

So wirkt und schützt die Minipille

Minipillen können verschiedene Gestagene als Wirkstoff enthalten. Minipillen der 1. Generation beinhalten Levonorgestrel, während die neueren Minipillen der 2. Generation, Desogestrel als Wirkstoff verwenden. Diese beiden Schwangerschaftshormone verändern die Konsistenz vom sogenannten Zervixschleim und der Gebärmutterschleimhaut.

Als Zervixschleim wird das Sekret des Gebärmutterhalses bezeichnet. Durch die Einnahme einer Minipille wird dieser Schleimpfropf zähflüssiger, sodass er die Spermien vor einem Eindringen abhält. Kommt es dennoch zu einer Befruchtung des Eis, ist eine Schwangerschaft dennoch so gut wie ausgeschlossen. Das Gestagen verändert nämlich auch die Schleimhaut der Gebärmutter, sodass sich ein womöglich befruchtetes Ei erst gar nicht einnisten kann.

Darüber hinaus unterdrücken die Minipillen der 2. Generation mit Desogestrel auch noch den Eisprung (Ovulationshemmung). Somit schützen sie dreifach vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Wie wird die Minipille eingenommen?

Im Gegensatz zur herkömmlichen Kombipille, welche mit 7-tägiger Pause eingenommen wird, wird die Minipille durchgehend eingenommen. Hierbei wird also keine Pillenpause eingelegt.

Müssen Minipillen ganz genau eingenommen werden?

Ja, Minipillen der 1. Generation (Levonorgestrel) müssen zeitlich sehr genau eingenommen werden. Bereits eine Abweichung von mehr als 3 Stunden kann Verhütungsschutz gefährden.

Minipillen der 2. Generation (Desogestrel) betrifft dies allerdings nicht mehr. Diese Minipillen sind höher dosiert und können auch bis zu 12 Stunden von der Einnahmezeit abweichen. 

Wenn Sie die Einnahme einer Minipille aus der 1. Generation einmalig vergessen und bereits über drei Stunden seit der regulären Einnahmeuhrzeit verstrichen sind, ist der Empfängnisschutz womöglich beeinträchtigt. Holen Sie die versäumte Pille nach, auch wenn Sie dafür zwei Pillen an einem Tag nehmen müssen. Verwenden Sie außerdem eine zusätzliche, mechanische Verhütungsmethode wie etwa ein Kondom. Dies ist auch dann der Fall, wenn Sie drei Stunden nach der Einnahme unter Durchfall oder Erbrechen leiden. 

Beim Vergessen einer Minipille aus der zweiten Generation gilt es ebenfalls zur Sicherheit eine alternative Verhütung anzuwenden. Das Zeitfenster kann hierbei allerdings bis zu 12 Stunden betragen. Sollte die Pille also einen halben Tag später eingenommen werden, ist in den aller meisten Fällen kein weiteres handeln nötig. Vorsicht ist hier dennoch besser als Nachsicht.  

Wo bekommt man die Minipille?

Die Minipille ist genau wie die Kombipille ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Mit gültigen Rezept kann die Minipille in jeder örtlichen oder Online Versandapotheke gekauft werden.

Wer die Minipille rezeptfrei kaufen will, wird die Apotheke mit leeren Händen verlassen. Ohne gültiger Verordnung ist es nicht möglich die Minipille kaufen zu können. 

Das Rezept muss von einem zugelassenen Arzt ausgestellt worden sein, was allerdings auch über das Internet erfolgen kann. Vor allem seit der Corona-Pandemie ist die Möglichkeit einer Online Konsultation von Ärzten immer beliebter geworden.

Damit die Minipille über das Internet verschrieben werden kann, wird beim Bestellvorgang ein Fragebogen ausgefüllt, welcher anschließend von einem Arzt ausgewertet wird. Spricht nichts gegen die Verschreibung der Minipille, wird ein digitales Rezept ausgestellt und direkt einer Versandapotheke (meist aus Holland) vorgelegt. Dort wird direkt ein Versand veranlasst und die Pille somit meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen in Empfang genommen. 

Für den Service ist zwar meist eine Privat-Rezeptgebühr von 19 EUR fällig, welche durch die Bestellung einer großen Packung allerdings kaum ins das Preis-Leistungs-Verhältnis fällt. Frauen sparen durch die Online Konsultation wertvolle Zeit und gewinnen an Diskretion oder auch Hygiene

Autor: Daniela Reitberger
Autor: Daniela Reitberger

Freie Medizinjournalistin. Publiziert seit 2015 wissenschaftlich geprüfte Artikel.

Übersicht:
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    Verwendete Literatur & Quellenangaben:

    1. Does Birth Control Make Your Breasts Bigger? – Nurx
    2. Does Birth Control Make Your Breasts Bigger? – Healthline
    3. Breast size in relation to endogenous hormone levels, body constitution, and oral contraceptive use in healthy nulligravid women aged 19-25 years | doi.org

    Copyright Foto im Header: Kaspars Grinvalds | shutterstock.com

    Hinweis: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Dieser Artikel wurde nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verfasst. Wir sind bemüht, alle Informationen auf Richtigkeit und Aktualität zu überprüfen. Unsere Inhalte können keine ärztliche Beratung ersetzen. Wir raten von Selbstdiagnosen ab und empfehlen bei gesundheitlichen Problemen stets professionelle ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Adressen sind hier zu finden.

    Datum & Autor:

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    Daniela Reitberger – Medizinjournalistin
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