Kombi-Pille oder Minipille?

Was ist besser? Die "normale" Kombi-Pille oder eine Minipille?
Je nach Umständen und Bedarf, können sowohl die Minipille als auch die Kombi-Pillen Vor- und Nachteile haben. Während die Kombipille meist auch gegen Hautunreinheiten oder schmerzhaftern Regelblutungen hilft, gilt die Minipille als verträglicher.

Nützliche Hinweise: Die Kombipille, wird auch Mikropille genannt, da dies neusten Kombipillen der 4. Generation niedrig dosiert sind und somit verträglicher als die ältere Generationen sind. Die Minipille der zweiten Generation wird häufig nur als Gestagenpille bezeichnet. 

kombipille-oder-minipille

Unterschiede: Kombipille - Minipille

Der Unterschied der beiden Antibabypillen liegt darin, dass die Minipille als Wirkstoff nur ein Gestagen verwendet, während die Kombipille zusätzlich noch Östrogen enthält.

KOMBIPILLE MINIPILLE
Pearl-Index: 0,1 - 0,9 Pearl-Index: 0,5 und 3,0
Gestagen + Östrogen Nur Gestagen
Ohne Pillenpause Ohne Pillenpause
Lindert Regelschmerzen, Gilt als Verträglicher
Verbessert Hautbild Für Raucher geeignet
Nicht in der Stillzeit möglich Während der Stillzeit möglich

Wirkungsweise

Kombipillen:

Kombipillen erhöhen die Viskosität des Gebärmutterschleimes, unterdrücken die Verdickung der Gebärmutterwand und verhindern zusätzlich den Eisprung.

Minipillen:

Minipillen erhöhen die Viskosität des Gebärmutterschleimes, und unterdrücken die Verdickung. Nur Minipillen der 2. Generation (Desogestrel) unterdrücken auch den Eisprung.

Durch die Einnahme von Gestagenen wird die Bildung von bestimmten Hormonen im Gehirn verhindert. Dadurch kommt es zu verschiedenen Mechanismen, welche Frauen vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.

 

Da sowohl die Minipillen als auch die Kombi-Pillen Gestagene enthalten, werden nachfolgende Mechanismen durch die Einnahme beider Pillen-Arten ausgelöst.

 

Unter anderem wird das Sekret des Gebärmutterhalses (Zervixschleim) verändert, was das Eindringen der Spermien erschwert. Auch die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut wird verändert, was wiederum das Einnisten eines Eis verhindert. Darüber hinaus wird auch der Eisprung gehemmt.

Bei Kombipillen, welche zusätzlich noch ein Östrogen enthalten, wird darüber hinaus auch noch die Eireifung (Follikelreifung) gehemmt. Aus diesem Grund sind Kombinationspillen oft auch ein wenig sicherer als die Minipillen. 

 

Aber: Nur Minipillen der ersten Generation, welche kaum noch verschrieben werden, enthalten das Gestagen Levonorgestrel. Diese Antibabypillen verhindern die Reifung der Eifollikel nicht. Mittlerweile gibt es jedoch überwiegend Minipillen mit dem Wirkstoff Desogestrel. Dieses Gestagen kann höher dosiert werden und dadurch ebenfalls die Follikelreifung hemmen. Diese Minipillen gehören der zweiten Generation an und werden heute fasst ausschließlich verschrieben. 

Einnahmezeitpunkt

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Minipillen müssten exakt auf die Stunde genau eingenommen werden. Dies stimmt allerdings nur teilweise. Tatsächlich kann eine Abweichung von 3 Stunden bei der Minipille der 1. Generation (Levonorgestrel) bereits die Sicherheit beeinträchtigen.

Minipillen der 2. Generation (Desogestrel) können dagegen wie die Kombi-Pille bis zu 12 Stunden später eingenommen werden, ohne dass der Verhütungsschutz beeinträchtigt wird. Erst wenn mehr als zwölf Stunden vergangen sind, müssen Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich mit Alternativen verhüten.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen wie Bruststpannen, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen fallen bei der Minipille deutlich seltener und geringer aus, als bei der Kombi-Pille. Auch die gesundheitlichen Risiken fallen bei der Minipille geringe raus. Das Thromboserisiko fällt bei der Minipille beispielsweise komplett weg.

Da die Minipille verträglicher ist, wird sie auch häufiger an übergewichtige Frauen oder Rauchinnern verschrieben. Auch wenn Östrogene nicht vertragen werden, eignet sich die Minipille dennoch zur Verhütung.

Antiandrogene Wirkung

Diverse Kombi-Pillen haben einen starken antiandrogenen Effekt, was somit gegen Akne, Haarausfall oder übermäßigen Haarwuchs bei Frauen helfen kann.

Minipillen haben diesen Effekt nicht, sie können teilweise sogar Akne begünstigen und damit das Hautbild verschlechtern.

Pillenpause

Während die meisten Kombi-Pillen laut Beipackzettel nicht durchgenommen werden sollten, werden Minipillen dauerhaft ohne Pillenpause eingenommen.

Die Kombi-Pille kann zwar die Menstruationsschmerzen verringern, Anwenderinnen der Minipille haben dagegen haben keine regelmäßigen Blutungen und somit auch keine Menstruationsschmerzen.

Stillzeit

Da Minipillen lediglich Gestagene und keine Östrogene enthalten, beeinflussen sie weder die Zusammensetzung noch die Menge der Muttermilch. Daher werden Minipillen oft auch als Stillpille bezeichnet.

Was ist sicherer? Kombi-Pille oder Minipille?

Kombipillen sind die verbreitetste Art der Antibabypillen. Sie bieten durch die Kombination der Wirkstoffe einen sehr hohen dreifachen Schutz vor einer Schwangerschaft.

Kombinationspillen haben einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9. Minipillen haben einen Pearl-Index von 0,5 bis 3,0. Der höhere Wert ist vor allem auf Einnahmefehler und den nur zweifachen Schutz von Minipillen aus der ersten Generation zurückzuführen. Die aktuellen Minipillen mit Desogestrel bieten wiederum einen hohen Schutz.

Minipillen der zweiten Generation sind sehr sicher

Minipillen der 1. Generation unterdrücken nicht den Eisprung, was die Sicherheit etwas mindert. Die neueren Minipillen, welche auch das Hormon Desogestrel enthalten, unterdrücken allerdings auch den Eisprung, so dass der Schwangerschaftsschutz ebenfalls auf dreifacher Weise gegeben ist. 

Wer die Minipille der 1. Generation einnimmt, muss zudem auf eine zeitlich genau geplante Einnahme achten. Abweichungen von 3 Stunden können die Sicherheit bereits beeinträchtigen. Fehler bei der Anwendung aufgrund des knappen Zeitfensters, haben sich auf die Sicherheit im Pearl-Index gezeigt.

Moderene Minipillen (2. Generation) können allerdings bereits bis zu 12 Stunden (wie bei der Kombipille) abweichen, ohne einen großen Verlust in der Sicherheit der Verhütung zu verzeichnen. Im Punkto Sicherheit (Pearl-Index von 0,5) hat die moderne Minipille also keinen signifikanten Nachteil gegenüber der Kombipille.

minipille-oder-kombipille-besser
Addyvanich | shutterstock.com

Was passt besser zu mir?

Die Entscheidung muss von einem Arzt gefällt werden. Wir können hier lediglich kleine Anhaltspunkt geben, an denen sich orientiert werden kann. Die Wünsche können einem Arzt vorgetragen werden, welcher dann die endgültige Entscheidung zur Verschreibung der Pille fällen kann. 

Wer unter zu starken Nebenwirkungen bei der herkömmlichen Kombi-Pille leidet, kann einen Wechsel auf die verträglichere Minipille vorschlagen. 

Wer von einer Wirkung gegen Akne, Hautunreinheiten oder Hirsutismus profitieren möchte, sollte sich über antiandrogene Pillen  informieren. Diese Wirkung ist nur bei Kombipillen zu finden. 

Dann kommt nur die Minipille, welche auch als Stillpille bezeichnet wird, in Frage. 

Wer vergesslich ist, sollte von der Einnahme der Minipille mit Levonorgestrel (1. Generation) absehen. Diese Minipille darf maximal 3 Stunden von der tägliche Einnahmezeit abweichen. Minipillen der zweiten Generation (Desogestrel) können allerdings wie Kombi-Pillen innerhalb von 12 Stunden eingenommen werden.

Wer die Pille ohne Pillenpause einnehmen will, sollte sich an Minipillen orientieren. Theoretisch können zwar auch Kombipillen einfach durchgenommen werden, es kommt dann allerdings zu einem höheren Verbrauch, da bei Kombipillen meist nur 21 Tabletten enthalten sind. 

Die Minipille hat ein deutlich geringeres Risiko für Thrombose  und Krebserkrankungen. Da auf Östrogen verzichtet wird, fallen diese Erkrankungen im Zusammenhang mit der Verhütung aus. 

Raucherinnen und übergewichtige Personen, sollten aufgrund der Risiken für Folgeerkrankungen ebenfalls zur Minipille tendieren. 

Mini & Kombi-Pillen auf Online Rezept

Sowohl die bekanntesten Kombi-Pillen als auch Minipillen der ersten und zweiten Generation, können auch mit einem Online Rezept Service bestellt werden. Damit ist kein vorheriges Rezept vom Frauenarzt mehr nötig.

Damit dies möglich ist, wird bei einer Online Klinik ein Fragebogen ausgefüllt, welcher anschließend von einem Arzt ausgewertet wird. Wenn der Arzt die Pille verschreibt, wird das Rezept von der Online Klinik an eine Versandapotheke (meist aus Holland) weitergeleitet. Die Apotheke verschickt die Pille noch am selben Abend.

Der Service wird vor allem seit der Covid-19-Pandemie immer häufiger genutzt. Frauen zahlen hierfür zwar meist eine Rezeptgebühr von ca. 19 EUR – sparen sich dafür aber Zeit und Stress. Zudem wird an Hygiene und Privatsphäre gewonnen. Ein Service der vor allem von berufstätigen oder Frauen mit ländlichen Wohnsitz bevorzugt in Anspruch genommen wird. 

Vorteile über das Internet:
Autor: Daniela Reitberger
Autor: Daniela Reitberger

Freie Medizinjournalistin. Publiziert seit 2015 wissenschaftlich geprüfte Artikel.

Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents

    Verwendete Literatur & Quellenangaben:

    1. Die Minipille (Gestagenpille) – familienplanung.de
    2. Die Pille (Kombi-Pille) – familienplanung.de
    3. Birth Control Pills: Are They Right for You? – healthline.com

    Copyright Foto im Header: Addyvanich | shutterstock.com

    Hinweis: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Dieser Artikel wurde nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verfasst. Wir sind bemüht, alle Informationen auf Richtigkeit und Aktualität zu überprüfen. Unsere Inhalte können keine ärztliche Beratung ersetzen. Wir raten von Selbstdiagnosen ab und empfehlen bei gesundheitlichen Problemen stets professionelle ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Adressen sind hier zu finden.

    Datum & Autor:

    daniela-reitberger
    Daniela Reitberger – Medizinjournalistin
    Artikel teilen:
    Share on facebook
    Share on twitter
    Share on whatsapp
    Share on telegram
    Share on email