Antibabypille für Katzen?

Frage:
Gibt es die Antibabypille auch für Katzen?
Antwort:
Ja, hormonelle Verhütung ist grundsätzlich auch bei Katzen möglich. Dies ist jedoch als dauerhafte Lösung nicht uneingeschränkt empfehlenswert!

Im Folgenden erklären wir die Vor- und Nachteile und zeigen Alternativen auf.

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Warum ist Verhütung bei Katzen so wichtig?

Die Fruchtbarkeit der geliebten Fellnasen ist legendär und tritt sehr früh ein. Schon im Alter zwischen vier und sechs Monaten kommt es zur ersten Rolligkeit, was bedeutet, dass die Empfängnisbereitschaft gegeben ist.

In dieser Zeit zeigt die Katze vermehrte Unruhe, wirkt teilweise aggressiv und versucht, durch ausdauerndes lautes Miauen und die Abgabe hormoneller Duftsignale einen potenziellen Partner anzulocken.

Da eine Katze bis zu dreimal im Jahr Junge bekommen kann und Mehrlingsgeburten die Regel sind, würden sie und ihre Nachkommen sich ohne wirksame Verhütungsstrategie innerhalb von nur fünf Jahren auf über 12.000 Tiere vermehren. Es liegt deshalb in der Verantwortung von Katzenhaltern, die Fortpflanzung ihrer Samtpfote von Anfang an konsequent zu regeln.

Welche Gründe sprechen für die hormonelle Verhütung?

Wer seine Katze liebt, hat oft ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, sie kastrieren zu lassen, zumal dieser Schritt unumkehrbar ist. Aber auch Züchter, die ihren Tieren lediglich eine Fortpflanzungspause gönnen möchten, benötigen Alternativen zwecks temporärer Verhütung.

Tatsächlich bietet die Pille oder die Verhütungsspritze für Katzen die Möglichkeit einer sinnvollen Steuerung der Fortpflanzung.

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Die Antibabypille für Katzen

Anders als für Menschen konzipierte Präparate muss die Pille für Katzen in den meisten Fällen nur einmal pro Woche eingenommen werden. Hierzu wird sie am entsprechenden Tag dem Futter beigegeben.

Wenn Sie sich für diese Verhütungsmethode entscheiden, sollten Sie jedoch unbedingt auf folgende Punkte achten:

  • Nicht immer frisst die Katze ihre Futterration ganz auf. Überprüfen Sie deshalb, ob sie die Pille auch tatsächlich eingenommen hat.
  • Besonders in Zeiten des Fellwechsels kommt es zu häufigem Erbrechen von Haarballen. Hat die Katze kurz zuvor die Pille bekommen, ist die Wirkung nicht mehr sichergestellt.
  • Wenn Sie mehrere Katzen halten, so achten Sie bitte unbedingt darauf, dass das richtige Tier in den Genuss des Verhütungsmittels kommt.
  • Wie immer bei der Pille gilt: Nur eine absolut regelmäßige Einnahme gewährleistet den Verhütungserfolg. Führen Sie deshalb am besten einen Kalender, um keinen Termin zu versäumen.

Verhütungsspritze als hormonelle Alternative

Die Verhütungsspritze wird in regelmäßigen Abständen vom Tierarzt verabreicht. Ihre Wirkung hält, je nach Präparat, für mehrere Monate an. So ist die Einnahme der richtigen Hormonmenge in jedem Fall sichergestellt.

Nachteilig hierbei ist, dass die Katze häufigere Tierarztbesuche über sich ergehen lassen muss, was Stress für sie bedeutet.

Hinzu kommt die vergleichsweise hohe Hormondosis, die zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann.

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Hormonelle Verhütung bei Katzen – welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Die hormonelle Kontrazeption bei Katzen steht im Verdacht, zur Entwicklung verschiedener Krebserkrankungen beizutragen.

Pille und Verhütungsspritze eignen sich deshalb eher als eine zeitweise Lösung.

Wichtig: Die dauerhafte Gabe von Hormonen stellt einen künstlichen Eingriff dar, dessen Belastungen auch allgemein nicht unterschätzt werden dürfen. So können bereits bestehende Krankheiten wie Diabetes mellitus ungünstig beeinflusst werden.

Wer Nebenwirkungen aller Art bei seiner Katze beobachtet, sollte deshalb doch lieber über eine dauerhafte Verhütungslösung nachdenken.

Sterilisation oder Kastration?

Im Rahmen einer Sterilisation werden die Eileiter der Katze durchtrennt, sodass es zu keiner Einwanderung befruchtungsreifer Eier in die Gebärmutter kommen kann.

Der Nachteil hierbei ist, dass die Rolligkeit erhalten bleibt und sich aufgrund nicht eintretender Trächtigkeit sogar zu einer Dauerrolligkeit entwickeln kann. Dies bedeutet Stress pur für Tier und Mensch.

Wer dies vermeiden möchte, sollte deshalb über eine Kastration nachdenken, in deren Rahmen Eierstöcke und Gebärmutter entfernt werden. Hierdurch wird die körpereigene Hormonproduktion verhindert und die Rolligkeit bleibt aus.

Vorteilhafter Nebeneffekt: Auch das Risiko tödlicher Verkehrsunfälle, dem rollige Katzen verstärkt ausgesetzt sind, wird auf diese Weise stark reduziert.

Mehr über Vor-, und Nachteile einer Sterilisation oder Kastration Ihrer Katze, erfahren Sie im Zooplus Magazin: zooplus.de

Quellen & Links:
Artikel vom 21. November 2019

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